

Stuttgart, 24. November 2007
Tatkräftiges Handeln
gegen die Armut und für globale Gerechtigkeit
Eine-Welt-Preis
Baden-Württemberg 2007 für herausragendes Engagement verliehen
(Stuttgart/SEZ): Im Rahmen eines bunten Aktionstages wurde
am heutigen Samstag in Stuttgart in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik,
Gesellschaft und Wirtschaft der Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg 2007
verliehen. Der Preis wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit
Baden-Württemberg (SEZ) initiiert, um herausragendes entwicklungspolitisches
Engagement zu ehren. Er wird in einem dreijährigen Turnus vergeben.
Der Geschäftsführer
der Stiftung, Karl-Hans Schmid, betonte in seinem Grußwort: „In
Baden-Württemberg gibt es ein außergewöhnlich vielfältiges Engagement von
Bürgerinnen und Bürgern, die durch partnerschaftliches Handeln helfen, Armut in
Entwicklungsländern zu mindern und die für eine nachhaltige Entwicklung
weltweit eintreten.“ Er unterstrich, dass der heutige Tag und die Ehrungen ein
Zeichen des Dankes für das Geleistete und zugleich Ermutigung und Motivation
sein sollen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Wirtschaftsminister Ernst Pfister
als Schirmherr des Tages zeigte sich beeindruckt von dem Ideenreichtum und der
Vielfalt aller Projekte. „Wir brauchen Menschen, die den Mut haben,
Eigeninitiative zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die
sich nicht auf eine bequeme Zuschauerrolle zurückziehen, sondern Zeit, Geld und
persönliche Fähigkeiten einsetzen, um zu helfen“, betonte der Wirtschaftsminister.
Bereits am
Vormittag fanden die Ehrungen für die Sonderkategorie „Landesweite Initiative
Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt. 2007“ statt. Der erste Preis ging an die
Stadt Albstadt für das Projekt „Zeichen setzen für Bisoro/Burundi“. Im Mittelpunkt
der Eine-Welt-Wochen stand die Stadt Bisoro, zu welcher Albstadt gemeinsam mit
dem französischen Chambéry seit über 15 Jahren eine Partnerschaft pflegt. Auf
den zweiten Platz kam Schwäbisch Gmünd mit einem vielfältigen Programm für Jung
und Alt. Das badische Rheinstetten erhielt den dritten Preis mit ihrem Programm
„Afrika entdecken! … für Groß + Klein“.
Für sein Lebenswerk
geehrt wurde Werner Reiter aus Heilbronn. Seit fast 30 Jahren engagiert er sich
als Mitglied der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in der
Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika. Sein Wirken zeichnet sich durch eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit aus, die sich maßgeblich an dem Motto der
Hilfe zur Selbsthilfe orientiert. Die Laudatio hielt Wirtschaftsminister Ernst
Pfister. Er dankte Werner Reiter für sein großartiges und unermüdliches
Engagement für die Menschen in Afrika. Bewundernswert sei der ganzheitliche und
konkrete Ansatz, so Pfister.
In der Kategorie
Kommunale Entwicklungszusammenarbeit und Lokale Agenda 21 erhielt die Abteilung
Umwelt und Naturschutz des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt der
Stadt Friedrichshafen den ersten Preis für das Projekt „Café Friederico“ – ein
Marketing- und Kommunikationskonzept für den Fairen Handel im Rahmen der Lokalen
Agenda 21 in Friedrichshafen. Das Friedrichshafener Konzept sei zum
Exportschlager für andere Kommunen geworden, lobte Dr. Herbert O. Zinell,
Oberbürgermeister der Stadt Schramberg und Vorsitzender des Kuratoriums der
SEZ, in seiner Rede. Auf den zweiten Platz kam die Stadt Buchen und das
Burghardt-Gymnasium Buchen mit ihrem Projekt „Eine Schule in Afghanistan:
„Buchen-Schule“ in Chagmagh“. Über den dritten Preis freute sich die Kulturinitiative
Freudenstadt e. V. für ihr „Afrika-Fest Freudenstadt 2005-2007“.
Den ersten Preis in
der Kategorie Kinder und Jugendliche erhielt die Erich-Kästner-Schule in
Ostfildern für ihre „Internationale Lernpartnerschaft Ostfildern, Stuttgart,
Berlin, Moreno (Argentinien)“. Landtagsvizepräsidentin Christa Vossschulte unterstrich
in ihrer Laudatio, dass es möglich sei, dass Fremde aus weiter Ferne zu
Freunden werden können – dies beweise das Projekt der Schülerinnen und Schüler.
Der zweite Preis ging an die BUNDjugend Baden-Württemberg für den
„Jugendaktionskongress 2006: In 6 Tagen um die Welt.“. Der CVJM Fellbach e. V. wurde für das Projekt „Zeichen setzen:
Schwarz-weißer Aufbruch, Fellbach und Kakuri, Nigeria“ mit dem dritten Preis
geehrt.
Für ihr Engagement
gegen Kinder- und Sklavenarbeit in indischen Steinbrüchen wurde der Freiburger
Verein XertifiX e. V. mit dem ersten Preis in der Kategorie
Nicht-Regierungsorganisationen und privates Engagement ausgezeichnet. „XertifiX
bekämpft aktiv unmenschliche Zustände und motiviert deutsche Steinmetze zum Kauf
gesiegelter Steine“, betonte Sabrina Fritz, SWR, in ihrer Laudatio. Den zweiten
Preis erhielt der Verein zur Förderung Entwicklungswichtiger Vorhaben e. V. aus
Stuttgart mit seinem Engagement „Bildung für nachhaltige Entwicklung im
Energie-, Umwelt- und Klimasektor, Indien“. Ein dritter Preis ging jeweils an
Yalla e. V. und Hala Gerullis aus Herrenberg für das Projekt „Orientalische
Tage – Geschäfte der Innenstadt kooperieren mit einem Eine Welt Verein“ und
Dikome/Kamerun e. V. aus Schopfheim für ihr Projekt „Fair Trade – Kaffee vom
Kleinbauern bis zur Theke“.
Die Preisgelder in
Höhe von insgesamt 16.250 Euro für den Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg 2007
wurden gestiftet von Karl-Hermann Blickle, Balingen, Orsa Immobilien &
Bauträger GmbH, Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG, Stuttgart, Werner Schmidt-Weiss,
dem SparkassenVerband Baden-Württemberg und der Stiftung
Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).
Wie bunt und
vielfältig das entwicklungspolitische Engagement in Baden-Württemberg ist,
zeigte ein Markt der Möglichkeiten. Hier präsentierten die Preisträger der
verschiedenen Kategorien ihre Projekte. Dabei waren auch Kommunen mit all denjenigen Gruppen, die sich
an der diesjährigen landesweiten Initiative Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt.
beteiligt hatten. Im Rahmen der Initiative fanden in 31 Kommunen in
Baden-Württemberg im September und Oktober rund 300 Veranstaltungen zum Thema
Eine Welt statt. Die landesweite Initiative zielt auf eine breite Sensibilisierung
bezüglich weltweiter Strukturen und dem Ungleichgewicht zwischen armen und
reichen Ländern. Durch gemeinsame Veranstaltungen von Kommunen mit
Kindergärten, Schulen, Vereinen, kirchlichen Gruppen und Unternehmen sollen
neue Wege zur Vermittlung der Thematik gefunden und Auswirkungen des eigenen
Handelns aufgezeigt werden.
Kontakt:
Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit
Baden-Württemberg (SEZ)
Nicole Kimmel
Werastraße 24
70182 Stuttgart
Tel.: 0711 / 2 10 29-40
Fax: 0711 / 2 10 29-50
E-Mail: kimmel@sez.de